EKSSV

Prüfungsordnung
zum Erwerb eines Befähigungsausweises zur Führung von Segel- und/oder Motoryachten in den Fahrtenbereichen 1, 2, 3, 4

Gültig ab 1.10.2013

 

Inhalt

1        Einleitung
1.1     Allgemeines
1.2     Österreichische Befähigungsausweise des EKSSV für Motor- und Segelyachten
2.       Prüfungen 
2.1     Anforderungen an Bewerber
2.2     Seemännische Praxis und Seefahrterfahrung 
2.2.1   Besondere Regelungen für BFA der unterschiedlichen Fahrtenbereiche
2.3.    Sonderregelungen und Anrechnung
2.4      Organisation der Prüfungen
2.4.1   Veranstalter
2.4.2   Anmeldung und Anmeldefristen 
2.4.3   Prüfer
2.4.4   Yacht und Revier für die Praxisprüfung 
2.4.5   Entscheidungen 
2.4.6   Wiederholung 
2.5      Prüfungsablauf 
3         Ausstellung von BFA's
4.        Entziehung Neuausstellung von BFA ´ s
5.        Lernzielkatalog

1 Einleitung

Der Text richtet sich gleichermaßen an Frauen und Männer. Zur besseren Lesbarkeit, wird nur die männliche Formulierung verwendet.

1.1 Allgemeines

Die Befähigungsprüfung des EKSSV dient als Befähigungsnachweis zur Ausstellung von internationalen Zertifikaten gemäß §15 SeeSchG i. d. F. 2012 zur selbstständigen Führung von Segel- und / oder Motoryachten auf See.
Die Prüfungsordnung garantiert ein einheitlich hohes Niveau für die Erlangung der Prüfungen des EKSSV und befähigt zur selbstständigen und sicheren Führung von Yachten im jeweiligen Fahrtenbereich.
Die gesetzlichen Grundlagen für die Prüfungsordnung sind:
Seeschifffahrtsgesetz in der geltenden Fassung
Seeschifffahrts-Verordnung in der geltenden Fassung
Yachtzulassungsverordnung in der geltenden Fassung
Führerscheingesetz und Führerscheingesetz-Durchführungsverordnung in der geltenden Fassung

Die Prüfungsordnung ist laufend den österreichischen Gesetzen anzupassen. Auf Änderungen wird im Internet hingewiesen.
Die Prüfungen werden ausnahmslos von lizenzierten Prüfern des EKSSV abgenommen.
Die Prüfungen werden nur in eigenen oder zu diesem Zweck angemieteten Räumlichkeiten veranstaltet.
Der Erste KSSV verpflichtet sich die gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz einzuhalten.
Im Text werden folgende Abkürzungen verwendet:
PRO Prüfungsordnung
LZK Lernzielkatalog
BFA  Befähigungsausweisen
FB  Fahrtenbereich.
FB1  (Fahrtenbereich 1)  Watt- oder Tagesfahrt
FB2  (Fahrtenbereich 2)  Küstenfahrt
FB3  (Fahrtenbereich 3)  Küstennahe Fahrt
FB4  (Fahrtenbereich 4)  Weltweite Fahrt

1.2 Österreichische Befähigungsausweise des EKSSV für Motor- und Segelyachten

Befähigungsausweis FB1.
Fahrt in Küstennähe und auf geschützten Gewässern, wie Golfen, Buchten, Lagunen, Flussmündungen oder Watten; die Watt- oder Tagesfahrt erstreckt sich auf einen Bereich von drei Seemeilen, gemessen von der Küste oder von Inseln aus. Yachtlänge bis 10 m.
Befähigungsausweis FB2.
Fahrt zwischen nahe gelegenen Häfen der Küsten; die Küstenfahrt erstreckt sich auf einen Bereich von 20 Seemeilen, gemessen von der Küste. Yachtlänge bis 24 m.
Befähigungsausweis FB3.
Fahrt in küstennahen Gewässern; die küstennahe Fahrt erstreckt sich auf einen Bereich von 200 Seemeilen,  gemessen von der Küste. Yachtlänge bis 24 m.
Befähigungsausweis FB4.
Weltweite Fahrt. Yachtlänge bis 24 m.

2. Prüfungen

Die Prüfung zum Erwerb BFA besteht aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung (Die erfolgreich abgelegte praktische Prüfung für die Fahrtbereiche 2, 3 oder 4 ersetzt unabhängig von der Art der Jacht die praktische Prüfung für den Fahrtbereich), in denen die Bewerber um ein Internationales Zertifikat für die Führung von Jachten folgendes nachweisen (siehe LZK):

Ausreichende Kenntnisse der für die Führung von Jachten auf See maßgeblichen Verkehrsvorschriften und die erforderlichen nautischen und technischen Kenntnisse für sichere Schifffahrt auf See.
Die Fähigkeit zur Anwendung dieser Kenntnisse in der Praxis.

Die Prüfung muss mindestens folgende Fachgebiete umfassen:
Ausreichende Kenntnis der geltenden Vorschriften und der nautischen Veröffentlichungen, insbesondere die Kollisionsverhütungsregeln einschließlich der Vorschriften für die Fahrwasserbezeichnung.
Allgemeine Kenntnisse über Jachttypen, Jachtbau, Verwendung und Mitführen von Sicherheitsausrüstung, Betrieb und Wartung von Segeln bzw. Antriebsmaschinen.
Schiffsführung und Kenntnisse über den Einfluss von Wind, Strom und begrenztem Flottwasser.
Verhalten beim Begegnen und Überholen anderer Fahrzeuge.
Ankern und Festmachen unter allen Umgebungsbedingungen.
Manövrieren in Schleusen und Häfen.
Allgemeine Kenntnisse der Wetterkunde.
Allgemeine Navigationskenntnisse, insbesondere Bestimmung eines Standorts und Festlegen eines sicheren Kurses.
Verhalten unter besonderen Umständen, insbesondere
Grundlagen der Unfallverhütung einschließlich Mann-über-Bord-Manöver.
Maßnahmen im Fall von Zusammenstößen, Maschinenversagen oder  Grundberührung, einschließlich Leck Abdichtung und Hilfeleistung in Notfällen.
Verwendung von Rettungsmitteln und Rettungsausrüstung.
Brandverhütung und -bekämpfung.
Vermeidung von Gewässerverschmutzung.
Besonderheiten der Leistung Erster Hilfe unter Berücksichtigung des Fahrtbereichs.
Umweltschutz auf See.
Alle Dokumentationen über die abgehaltenen Prüfungen einschließlich der Prüfungsarbeiten der theoretischen Prüfungen und der Logbücher bzw. Aufzeichnungen der praktischen Prüfungen, werden vom EKSSV für die Dauer von drei Jahren aufbewahrt, zur Einsicht bereitgehalten und auf Verlangen dem BMVIT zur Überprüfung zugänglich gemacht.

2.1  Anforderungen an Bewerber

Bewerber um ein Internationales Zertifikat für die Führung von Jachten müssen zum Zeitpunkt der Ablegung der Prüfung
für den FB1 (Internationales Zertifikat für Watt- oder Tagesfahrt) das 16. Lebensjahr vollendet haben.
Für FB2 bis FB4 das 18. Lebensjahr, vollendet haben.
geistig und körperlich zur Führung einer Jacht geeignet sein.
die erforderlichen nautischen und technischen Kenntnisse (seemännische Praxis) und Seefahrterfahrung zur Führung einer Jacht nachgewiesen haben.
Bewerber, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bedürfen zur Ablegung der Prüfung der schriftlichen Zustimmung des gesetzlichen Vertreters.
Die geistige und körperliche Eignung des Bewerbers ist durch ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen. Sie hat jener zum Lenken eines Kraftfahrzeugs der Klasse B gemäß § 2 des Führerscheingesetzes – FSG, BGBl. I Nr. 120/1997 in der jeweils geltenden Fassung, eine mit der Maßgabe zu entsprechen, dass darüber hinaus ein ausreichendes Farbunterscheidungsvermögen nachgewiesen sein muss.
Von der Beibringung eines ärztlichen Zeugnisses kann abgesehen werden, wenn der Bewerber ein im Inland zu Recht bestehendes Befähigungszeugnis für die selbstständige Führung von Triebwagen, Kraft- oder Luftfahrzeugen oder ein Kapitäns- oder Schiffsführerpatent für österreichische Binnengewässer vorlegt. Ist für ein solches der Nachweis des Farbunterscheidungsvermögens nicht erforderlich, ist dieser gesondert zu erbringen.
Der Nachweis über die Ausbildung für die Leistung Erster Hilfe gilt durch ein Kapitänspatent, das Schiffsführerpatent – 20 m oder das Schiffsführerpatent – 20 m – Seen und Flüsse gemäß 7. Teil des Schifffahrtsgesetzes – SchFG, BGBl. I Nr. 62/1997 in der jeweils geltenden Fassung, eine inländische, zu Recht bestehende Lenkberechtigung für Kraftfahrzeuge der Klasse D gemäß § 2 des Führerscheingesetzes – FSG, BGBl. I Nr. 120/1997 in der jeweils geltenden Fassung, eine gemäß § 1 Abs. 4 FSG gleichgestellte Lenkberechtigung oder durch eine entsprechende Bescheinigung einer der gemäß § 3 Abs. 3 FSG benannten Institutionen, bei der die Ausbildung vorgenommen wurde, als erbracht.


2.2 Seemännische Praxis und Seefahrterfahrung

Die Seemännische Praxis und die Seefahrterfahrung auf einer Yacht sind durch den Einsatz als Schiffs- oder Wachführer, unter Berücksichtigung des Fahrtenbereiches, der Größe der Yacht und deren unterschiedliche Bedienung und Führung bei Tag und bei Nacht wie folgt nachzuweisen:
Ausgefülltes Formblatt des EKSSV - „Seefahrt Erfahrungsnachweis mit eidesstattlicher Erklärung.“
Als Beilagen zum Formblatt gelten:
Logbuch.
Eine vom Schiffsführer unterfertigte auszugsweise Abschrift des Logbuchs.
Sonstige Logbuch-ähnliche Aufzeichnungen

2.2.1 Besondere Regelungen für BFA der unterschiedlichen Fahrtenbereiche (1)

FB1  mindestens 50 Seemeilen insbesondere als Wachführer.
FB2 mindestens 500 Seemeilen an mindestens 18 Bordtagen, einschließlich mindestens   drei Nachtfahrten mit Nachtansteuerung. Insbesondere als Wachführer.
FB3  mindestens 1000 Seemeilen an mindestens 30 Bordtagen, einschließlich mindestens   fünf Nachtfahrten, davon mindestens 3 mit Nachtansteuerung, insbesondere als    Wachführer, jedoch mindestens 250 Seemeilen als Schiffsführer.
FB4 mindestens 3500 Seemeilen an mindestens 70 Bordtagen, einschließlich mindestens   zehn Nachtfahrten, davon mindestens drei mit Nachtansteuerung, insbesondere als   Wachführer, jedoch mindestens 1000 Seemeilen als Schiffsführer.

2.3. Sonderregelungen und Anrechnung

Der Erwerb eines BFA‘s ist nicht an den Besitz des vorangehenden BFA's gebunden.
Besitzt der Kandidat einen BFA eines niedrigeren FB's, dann verringert der Umfang der Theorieprüfung zum Erwerb des BFA des höherwertigen FB's um die Inhalte des BFA's des niedrigeren FB's
Eine Erweiterungsprüfung für den BFA eines höheren FB ist auch vor Ablegung der Praxisprüfung für den BFA des niedrigeren FB's möglich.
Für das Upgrading des BFA's vom FB2 auf FB3 bzw. FB3 auf FB4 ist keine Praxisprüfung abzulegen.(2)
Inhabern eines BFA's für Binnengewässer eines gemeldeten Verbandes ist der Basisstoff der Theorieprüfung zu erlassen.
Die erfolgreiche Ablegung der praktischen Prüfung für einen höherwertigeren FB, ersetzt die praktische Prüfung des minderwertigeren FB's.
Die erfolgreiche Ablegung einer Teilprüfung bei einer anderen Prüfungsorganisation i.S. des § 15 (1) SeeSchFG wird in der Regel als Grundlage für weiterführende Prüfungen verwendet. (3)
Upgradings nach Ausstellung eines BFA's durch eine andere Prüfungsorganisation sind grundsätzlich möglich (4)

2.4 Organisation der Prüfungen

2.4.1 Veranstalter

Der Erste KSSV erstellt eine Liste mit zugelassenen Ausbildungsstätten. Diese wird im Internet veröffentlicht. Diese Ausbildungsstätten sind Veranstalter der Prüfungen.
Die Veranstalter übernehmen die Organisation der Prüfungen und sorgen für geeignete Räumlichkeiten, die nur der Theorieprüfung dienen.
Die Veranstalter sind für die Organisation und die Eignung der Yacht, insbesondere deren Ausrüstung für die Praxisprüfung, verantwortlich.

2.4.2 Anmeldung und Anmeldefristen

Die Anmeldung zu den Prüfungen durch den Veranstalter erfolgt schriftlich beim EKSSV mittels der auf der Homepage herunterzuladenden Formulare. Die Anmeldung erfolgt gesondert nach Prüfungstyp.
Der Kandidat reicht den Antrag auf Zulassung zur Prüfung sowie die erforderlichen Nachweise beim Veranstalter ein. Der Erste KSSV ist berechtigt, vor Beginn der Prüfung, Einsicht in die vorgelegten Nachweise zu nehmen.
Meldet sich ein Kandidat direkt beim EKSSV an, muss er seiner schriftlichen Anmeldung die erforderlichen Nachweise anschließen.
Der Erste KSSV beauftragt den oder die Prüfer mit der Durchführung.
Die Anmeldefristen sind:
Theorieprüfung:  mindestens 2 Wochen.
Praxisprüfung:  mindestens 4 Wochen.
Praxisprüfungen außerhalb der EU: mindestens 4 Wochen.
Der Erste KSSV behält sich vor, den vorgeschlagenen Termin einvernehmlich mit dem Veranstalter zu ändern.
Der Veranstalter muss die für die Prüfungszulassung maßgeblichen Daten und Praxisnachweise bis spätestens 3 Wochen vor dem Prüfungstermin EKSSV schriftlich, telegrafisch oder elektronisch bekanntgeben (5).
Seefahrterfahrung durch Praxisfahrten innerhalb der 2-Wochenfrist können unmittelbar vor Prüfungsbeginn vorgelegt werden, wenn dadurch die geforderten Mindestvoraussetzungen erreicht werden.
Bei unvollständigen bzw. falschen Nachweisen hat der Kandidat keinerlei Rechtsanspruch auf Teilnahme an der Prüfung bzw. Rückerstattung der Kosten.

2.4.3 Prüfer

Bei allen Prüfungen können die vom EKSSV bestellten Prüfer eingesetzt werden.
Prüfer von anderen Prüfungsorganisationen können nur dann eingesetzt werden, wenn sie die geltende Prüfungsordnung des EKSSV anerkennen. Zur Bestellung als Prüfer muss die entsprechende körperliche und geistige Eignung sowie besondere pädagogische und fachliche Qualifikationen gegeben sein.
Der Vorstand entscheidet über die Ernennung, Ablehnung oder Abberufung eines Prüfers.

Der Erste KSSV erstellt ein Verzeichnis der Prüfer für Befähigungsausweise, auf deren Grundlage Internationale Zertifikate, die gemäß § 15 Abs. 1 Seeschiffahrtsgesetz ausgestellt werden sollen, einschließlich des Berechtigungsumfangs und veröffentlicht es im Internet und aktualisiert es im Fall von Änderungen umgehend.
Die fachlichen Mindestanforderungen eines Prüfers zur Abhaltung einer Prüfung auf einer Motor und / oder Segelyacht sind:
Mindestens drei Jahren im Besitz des Befähigungsausweises für den der Prüfung entsprechenden Fahrtbereich, zumindest jedoch für den Fahrtbereich 2.
Seemännische Praxis im Ausmaß von mindestens 5000 Seemeilen, davon mindestens 2000 als verantwortliche Schiffsführerin bzw. verantwortlicher Schiffsführer.
Mindestens 30 Bordtage innerhalb der letzten fünf Jahre als verantwortliche Schiffsführer. Diese seemännische Praxis ist im Abstand von fünf Jahren jeweils neuerlich nachzuweisen; die Prüfungstätigkeit begründet keine derartigen Bordtage.
Für die Fahrtbereiche 2 und 3 Besitz zumindest eines UKW-Betriebszeugnisses II (SRC), für den Fahrtbereich 4 zumindest eines Allgemeinen Betriebszeugnisses II (LRC) gemäß Funker-Zeugnisgesetz 1998 – FZG, BGBl. I Nr. 26/1999 in der jeweils geltenden Fassung.
Einen Nachweis über die Ausbildung für die Leistung Erster Hilfe (§ 15 Abs. 11 SeeSchFG).

Sollte eine Kommission erforderlich sein, so besteht die Kommission aus einem Vorsitzenden und Beisitzern. Die Anzahl der Beisitzer orientiert sich an der Anzahl der Kandidaten. Als Richtwert gilt ein Beisitzer für 10 Kandidaten. Die Anzahl der Beisitzer kann nach Ermessen des EKSSV erhöht werden. Insbesondere für aufwändige Prüfungen (FB3, FB4) und Typen gemischte Prüfungen.
Die Zusammensetzung und Bestellung der Kommission bzw. der Prüfer obliegt ausschließlich dem EKSSV.
Die Vergütung anfallender Spesen und Gebühren werden vom  EKSSV festgelegt und in der jeweils gültigen Fassung im Internet veröffentlicht.
Während der Praxisprüfung auf einer Yacht sind maximal acht Kandidaten im Zuge einer Prüfung zugelassen. Während der gesamten Prüfungszeit müssen alle Kandidaten und der Prüfer an Bord der Yacht sein. Der Schiffsführer hat die Tätigkeit des Prüfers / der Prüfer zu unterstützen und am Protokoll den ordnungsgemäßen Verlauf der Prüfung zu bestätigen. Der Schiffsführer darf die Prüfung nicht beeinflussen.
Ausgeschlossen von der Funktion eines Prüfers ist der,
der an der Ausbildung der Kandidaten maßgeblich beteiligt ist.
der Veranstalter oder dessen Mitarbeiter.
der zu einem Kandidaten im Verhältnis eines Mitberechtigten, Mitverpflichteten oder Regresspflichtigen steht
der Ehegatte eines Kandidaten ist,
der mit ihm in gerader Linie verwandt oder verschwägert , oder in der Seitenlinie bis zum vierten Grad verwandt oder im 2. Grade verschwägert ist.

der Wahl oder Pflegeelternteil eines Kandidaten ist, der Wahl oder Pflegekind eines Kandidaten ist.
der aus anderen Gründen befangen ist.

2.4.4 Yacht und Revier für die Praxisprüfung

Die Praktische Prüfung ist an Bord der Yacht abzuhalten. Die Yacht hat die jeweils geltenden Bestimmungen des Flaggenstaates zu erfüllen. Die Ausrüstung der Yacht muss zumindest die Vorgaben für den zu prüfenden FB, gemäß Yachtzulassungsverordnung, erfüllen. Darüber hinaus muss die Yacht, die zur Prüfung eingesetzt wird, mindestens jene Ausrüstung an Bord haben, die notwendig ist, um die Lernziele, die dem angestrebten Berechtigungsumfanges des Internationalen Zertifikates entsprechen, im ausreichendem Maße prüfen und dokumentieren zu können.
Als zusätzliche Sicherheitseinrichtung ist für FB2 bis FB4 eine Lifesling mit mindestens 36m Leine mit zuführen.
Sollte durch widrige Umstände eine andere Yacht bzw. ein anderes Revier erforderlich sein, so hat der Prüfer (bzw. haben die Prüfer einvernehmlich) zu entscheiden, ob die Ersatzyacht bzw. Ersatzrevier den Bestimmungen zur Ablegung der Prüfung entspricht. Dies ist telefonisch oder elektronisch beim EKSSV anzumelden.
Das Prüfungsrevier ist entsprechend dem Fahrtenbereich zu wählen, damit die Lernziele des LZK's im ausreichenden Maße geprüft werden können.

2.4.5 Entscheidungen

Das Prüfungsergebnis lautet „Bestanden“ bzw. „Nicht Bestanden“. Eine zusätzliche Bewertung hat nicht zu erfolgen.
Die Entscheidung trifft der Prüfer. Bei Einsatz einer Prüfungskommission entscheidet die Mehrheit, bei Stimmengleichheit der Vorsitzende.
Die Entscheidung „Bestanden“ bzw. “Nicht Bestanden“ ist unmittelbar im Anschluss an die Prüfung  dem Kandidaten bekannt zu geben.
Ein Kandidat, der die Entscheidung „Nicht Bestanden“ erhalten hat, hat Anspruch, in einem nicht öffentlichen Gespräch, auf Information über die Ursachen, die zur Beurteilung „Nicht Bestanden“ geführt haben.  Dieses Gespräch ist zu protokollieren.
Werden bei einer Prüfung von einem Kandidaten nicht erlaubte Hilfsmittel(6) verwendet, ist die Prüfung des Kandidaten sofort abzubrechen. In diesem Fall erfolgt keine Beurteilung.
Sollte sich nach Prüfungsende herausstellen, dass unerlaubte Hilfsmittel verwendet wurden, hat keine Beurteilung zu erfolgen.
Ein Kostenersatz ist in diesem Fall nicht möglich.


2.4.6 Wiederholung

Eine Wiederholung der Prüfung ist nur möglich, wenn die Entscheidung „Nicht Bestanden“ bzw. „Nicht Beurteilt“ erfolgt ist. Eine Prüfung mit der Entscheidung „Bestanden“ darf nicht wiederholt werden.
Die Anzahl der Wiederholungen ist nicht limitiert. Eine Wiederholung der Praxisprüfung kann aber nur innerhalb der 24 Monate Frist nach bestandener Theorieprüfung abgelegt werden. Anderenfalls verfällt die Theorieprüfung.
Bereits erfolgreich abgelegte Prüfungsteile müssen zur Erweiterung des Berechtigungsumfanges des BFA’s nicht wiederholt werden.
Die Prüfungsgebühren und Spesen werden bei jeder Wiederholung fällig.

2.5 Prüfungsablauf


Grundsätzlich sind alle Prüfungen öffentlich, soweit der ordnungsgemäße Ablauf der Prüfungen dadurch nicht beeinträchtigt wird. Die Entscheidung darüber trifft der Prüfer.
Vor Beginn der Prüfung hat sich der Kandidat mittels eines amtlichen Lichtbildausweises zu identifizieren.


3 Ausstellung von BFA's


Die erfolgreiche Ablegung der Prüfung zur Erlangung des BFA's wird vom EKSSV bestätigt und zur Ausstellung des Internationalen Zertifikates für Führer von Sportfahrzeugen an die „via donau“ Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft m. b. H. weitergeleitet.
Wurde ein BFA entzogen und ist dieser Entzug zum Zeitpunkt der Ausstellung eines BFA noch aufrecht, kann dem Kandidaten kein (neuer) BFA ausgestellt werden. Ausstellung von BFA.
Bei Verlust, Diebstahl, Beschädigung eines BFA oder Änderungen der eingetragenen Daten, kann die Ausstellung eines neuen BFA oder eines Duplikats angefordert werden.

4. Entziehung Neuausstellung von BFA's

Wurde vor in Kraft treten dieser Prüfungsordnung ein BFA entzogen und ist dieser Entzug zum Zeitpunkt der Ausstellung eines BFA noch aufrecht, wird dem Kandidaten kein (neuer) BFA ausgestellt.
Bei Beschädigung, Verlust, Diebstahl, eines Befähigungsausweises oder Änderung der persönlichen Daten, kann die Ausstellung eines neuen BFA oder eines Duplikats angefordert werden.
Ein BFA ist auf Dauer jenem Inhaber zu entziehen, der
eine Jacht mit Vorsatz zur Begehung einer Straftat benützt hat, die mit einer mehr als 1-jährigen Freiheitsstrafe bedroht ist.
eine Straftat ohne Zusammenhang mit der Führung eines Schiffes begangen hat, die ernsthafte und erhebliche Zweifel an seiner Zuverlässigkeit entstehen lässt.
Die Dauer der Entziehung ist der Tilgungsfrist für die Eintragung der Verurteilung in das Strafregister gleich.
rechtskräftig wegen Alkoholisierung oder Suchtmittelbeeinträchtigung als Schiffsführer oder Crew einer Jacht bestraft wurde. Der Entzugszeitraum beträgt in diesem Fall 24 Monate. Die Entziehungsfrist beginnt mit der Beendigung des bezüglichen Verfahrens.
Die Entziehung wird durch das Präsidium des EKSSV ausgesprochen. Der Besitzer des entzogenen BFA ist verpflichtet, vom BFA keinerlei Gebrauch zu machen und diesen unverzüglich an den EKSSV zurück zustellen. Die "via donau" Österreichische-Wasserstraßen GmbH wird von den Entziehungen informiert.

Fußnoten:

(1) Für den BFA für Segelyachten sind mindestens 50% der erforderlichen Meilen unter Segel, für den BFA für Motoryachten   mindestens 50% der erforderlichen Seemeilen unter Motor nachzuweisen.

(2) Der Nachweis der geforderten Praxiserfahrung ist zu erbringen.

(3) (4) Bedarf der Zustimmung des Vorstandes.

(5) Maßgeblich ist das Datum des Einganges.

(6) Elektronische Hilfsmittel, wie z.B. Notebooks, Smartphones, programmierbare, grafikfähige Rechner, ... .

 

 

5. Lernzielkatalog

 

Basis FB 1 FB2 FB3 FB4
Navigation
Seekarte

B1


Karteninhalte und Symbole

B1


Umgang mit naut. Besteck

B1


Entnehmen von Distanzen aus Seekarten

B1 B2

Begriffe: Breite, Länge, Knoten, Seemeile, ETA, ETE


B2

Absetzen von Kursen


B2

Karten-Null


B2

Mercator-, Gnomonische Projektion


B2

Magnetisch-, Geographisch Nord






Nautische Literatur und Hilfsmittel

B1


Hafenhandbücher


B2

Leuchtfeuerverzeichnis



B3
Gezeitentafel



B3
Tidenkalender




B4 Nautisches Jahrbuch






Astronomische Navigation




B4 Kenntnis der beiden wichtigsten Himmelskoordinatensysteme




B4 Lösen des Höhendifferenzverfahrens mittels HO-Tafeln




B4 Kenntnis der Seiten und Winkel des nautischen Dreiecks




B4 Astro-Standlinien zeichnen und versegeln




B4 Umgang und Kenntnis des Sextanten




B4 Messen von Gestirnshöhen




B4 Paralaxe des Mondes




B4 Seekarten selbst fertigen




B4 Sonderverfahren






Bootstechnik
Rigg Tauwerk Knoten
B



Tauwerk (Knoten, Leinen)
B



Segel (Begriffe)
B



Rigg (Begriffe)

B1


Segelarten


B2

Kat, Slup, Kutter, Ketsch, Yawl, Schoner



B3
Pflege von Tauwerk und Segel




B4 Segelreparaturen






Rumf.Deck.Kiel. Ruderanlage
B



Rumpf (Begriffe)
B



Kiel, Schwert, Kielschwert


B2

Eigenschaften verschiedener Rumpfformen


B2

Gleit-, Verdrängungsfahrt



B3
Ruder-, Kielformen






Antrieb Maschinenanlage
B



Kenntnis der wichtigsten Systemkomponenten


B2

Notstop, Ausfall der Einhebelschaltung



B3
Fehlfunktionen und Schäden erkennen




B4 Impeller Wechsel






Ausenborder
B



Grundlegende Kenntnisse und Bedienung
B



Richtiger Umgang mit leicht entzündlichen Flüssigkeiten






Sicherheit
Allgemein
B



Verpflichtung zur Hilfeleistung
B



Lifebelts, Rettungswesten, Schwimmhilfen
B



Sicherheitseinweisung

B1


Kenntnis und Umgang mit Seenot- und sonstigen Signalen

B1


Umgang mit Sicherheitsausrüstung an Bord


B2

Umgang mit Rettungsmittel






Verhalten bei Schwerwetter
B



Rechtzeitiges Reffen
B



Verhalten bei Gewitter auf See


B2

Legerwall (Vermeiden von Legerwallsituationen)


B2

Ablaufen, Lenzen vor Topp und Takel


B2

Verhalten bei Havarien


B2

Schleppen, Bergen


B2

Verhalten bei eingeschränkter Sicht


B2

Sicherheitsmaßnahmen bei Schwerwetter



B3
Vorbereitung für Schwerwetter



B3
Sicheres Steuern bei hohem Seegang



B3
Schwerwettersegeln



B3
Sturmtaktiken (Abwettern.Beiliegen)






Wassereintritt

B1


Lecksuche, -Freilegen

B1


Abdichtung (Leckschirm, Leckpfropfen, Lecksegel)

B1


Lenzen






Notruder, Notrigg


B2

Handhabung der Notpinne


B2

Handhabung des Notruders


B2

Errichtung eines Notriggs






Verhalten nach Kollisionen

B1


Verklarung

B1


Hilfeleistung, Bergung, rechtliche Fragen

B1


Behördenwege nach Unfällen






Grundberührung


B2

Legerwall Situation


B2

Festsitzen


B2

Möglichkeiten Freizukommen


B2

Möglichkeiten Freizuschleppen


B2

Anforderung von Hilfe






Brandschutz. Brandbekämpfung

B1


Vorgeschriebene Ausrüstung und deren Bedienung

B1


Richtige Brandbekämpfung



B3
Brandklassen






Rettungsmittel

B1


POB Boje

B1


Rettungsring


B2

Umgang mit der Rettungsinsel und deren Ausrüstung


B2

Verhalten bei Aufgabe des Bootes



B3
Richtiger Einsatz der Life-Sling




B4 Umgang mit Notfallcontainer und dessen Inhalt






Signalmittel

B1


Richtige Anwendung von Notsignalen

B1


Akustische-Optische Signale


B2

Eigenschaften von Signalraketen


B2

Einsatz oranger Rauch


B2

Kenntnisse über Flaggensignale






Person über Bord (POB)
B



POB Manöver
B



POB Manöver unter Maschine

B1


Bergung Verletzter Bewusstloser und Unterkühlter Personen


B2

POB Manöver unter Segel


B2

POB-Taste am GPS



B3
Suchverfahren






Wetter
Grundlagen
B



Entstehung von Land und Seewind
B



Luftdruck, Feuchtigkeit, Temperatur

B1


Instrumente zur Wetterbeobachtung

B1


Tiefdruck-, Hochdruckgebiete, Fronten

B1


Wind-, Drucksysteme

B1


Wetterlagen, typische Winde in Europa

B1


Wolken, Gewitter, andere Wettererscheinungen

B1


Wetterberichte

B1


Auswirkungen von Wind und Wetter auf Seegang und Strömung


B2

Meteorologische Navigation




B4 Überregionale Wetterentwicklungen, Wirbelstürme




B4 Weltweite Meeresströmungen






Recht
Nationale Vorschriften
B



Maßgebliche Inhalte des SeeSchG und der SeeSchV
B



Kollisionsverhütungsregeln
B



Yachtzulassungsverordnung
B



Fahrtenbereiche
B



Begriffsbestimmungen

B1


Lichterführung und optische und akustische Signale


B2

Seebrief, spezielle Regelungen


B2

Bestimmungen der Flaggenführung


B2

Ausrüstungsbestimmungen für jeweilige Fahrtenbereiche






Internationale Vorschriften

B1


Ausweichregeln, Lichterführung, Schallsignale, Tagzeichen


B2

Informationsbeschaffung lokaler Rechtsvorschriften


B2

Gesetzlich vorgeschriebene Schiffspapiere



B3
Grenzübergang auf See



B3
Behörden im Ausland



B3
MARPOL



B3
Übereinko. Hohe See, Hoheitsgew./Grenzen. Verpfl. zur Hilfeleistung






Yachtgebräuche
B



Verhalten im Hafen
B



Aufklaren des Bootes






Elektronik
Funk

B1


Not-, Dringlichkeits-. Sicherheitsruf


B2

GMDSS


B2

NAVTEX




B4 EPIRB




B4 Satellitentelefon






GPS


B2

GPS als Ergänzung zur Kartennavigation (Fehlerquellen)



B3
Funktionsprinzip 2D, 3D, XPS, VPS

EKSSV - Durchlass-Strasse 73 - 9020 Klagenfurt